Wir trauern um Heinz Halbach

Prof. Heinz Halbach war viele Jahre Stellvertretender Vorsitzender des Sozialwerkes des DJV Sachsen

Am 3. Dezember hatte die Mitgliederversammlung des Sozialwerks des DJV Sachsen Heinz Halbach als stellvertretenden Vorsitzenden und als Mitglied des Unterstützungsausschusses wiedergewählt. Wir wussten, dass Heinz schwer erkrankt war – dennoch wollten wir ihm auch weiter Verantwortung für unser Sozialwerk übertragen, weil er trotz schwerer gesundheitlicher Handicaps über viele Jahre mit seiner ihm eigenen Gründlichkeit alle ihm übertragenen Aufgaben wahrgenommen hatte. Doch schon einen Tag später war Heinz nicht mehr unter uns.

Heinz HalbachHeinz Halbach wurde im Jahre 1930 im damaligen Breslau geboren. Als fünfzehnjähriger Volkssturmmann erlebte er ganz unmittelbar die Schrecken des Krieges. Und trotz seiner Jugend geriet er am Ende des Weltbrandes noch in Kriegsgefangenschaft.

Die neue gesellschaftliche Ordnung im Osten bot Heinz Halbach, der zuvor als Landarbeiter seinen Lebensunterhalt verdient hatte, bislang ungeahnte Chancen. Er erhielt eine Zulassung zum Studium an der Leipziger Universität und gehörte 1951 zu den ersten Studenten, die sich dem im deutschen Sprachraum erstmals angebotenen Studium der Journalistik widmeten.

Die 1954 gegründete Fakultät für Journalistik und die aus ihr hervorgegangene Sektion Journalistik sollten dann für mehrere Jahrzehnte seine wissenschaftliche Heimat bleiben. Würde man seine Studenten nach den bei Heinz Halbach besuchten Veranstaltungen und den von ihm vertretenen Wissenschaftsfeldern befragen, müssten die Antworten höchst unterschiedlich ausfallen. Denn es gab wohl kaum einen zweiten Wissenschaftler der Sektion Journalistik, der so oft wie Heinz Halbach an unterschiedlichster Stelle einspringen musste, der immer zur Stelle war, wenn es irgendwo brannte. Ohne sein ungewöhnlich breit angelegtes Wissen wäre das wohl kaum möglich gewesen. Heinz war auch bekannt dafür, dass er sein Wissen interessant und amüsant verbreiten konnte.

Zu den von ihm vertretenen Gebieten gehörte das journalistische System der DDR ebenso wie die Pressegeschichte. Er befasste sich mit der Spezifik der Zeitschriften und knüpfte Verbindungen zu Nachbardisziplinen und deren Wissenschaftlern. Jene machten es möglich, dass das Leipziger Journalistik-Studium als integrierter berufsvorbereitender Studiengang angeboten wurde, in dem Wissenschaftler anderer Disziplinen auf die Bedürfnisse von Journalistik-Studenten abgestimmte Lehrveranstaltungen anboten. Die Entwicklung fachjournalistischer Studienangebote ist ebenso in hohem Maße Heinz Halbach zu danken. Seine Berufung zum ordentlichen Professor erfolgte dann 1977 auch für das Gebiet „Theorie und Methodik des sozialistischen Fachjournalismus“. Zuletzt widmete sich Heinz Halbach bis zum Eintritt in den Vorruhestand (1992) vorrangig der Geschichte der eigenen Wissenschaftsdisziplin.

Dem DJV Sachsen und dessen Sozialwerk fühlte sich Heinz Halbach seit der Gründung verbunden. Insbesondere im Sozialwerk setzte er sich für die Unterstützung von Kollegen ein, die in eine Notlage geraten waren. Heinz drang immer darauf, dass sich die Hilfe des Sozialwerks nicht nur auf das Materielle beschränkte. Selbst dann, als er aus gesundheitlichen Gründen selber auf die Hilfe angewiesen war, setzte sich Heinz für Menschen in Not ein. Seine menschliche Wärme werden wir besonders vermissen.

Dr. Jürgen Schlimper

Die Trauerfeier findet am 16. Januar 2015, 13.15 Uhr in der Westkapelle des Leipziger Südfriedhofs statt.

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