Posts Tagged ‘Honorare’

Deckungszusagen und Vorkasse nach dapd-Insolvenz

8. Oktober 2012

Von Seiten der dapd-nachrichtenagentur GmbH gibt es Post. Der neue Geschäftsführer erteilt einzelnen Freien für einzeln bezeichnete, zukünftige Aufträge „Deckungszusagen“.  

Was das konkret bedeutet? Wer jetzt liefert, hat insolvenzrechtlich möglicherweise einen Schadensersatzanspruch gegen den Insolvenzverwalter, wenn das Geld am Ende doch nicht fließt. Also unter Umständen mehr als die übrigen „alten“ Forderungsgläubiger, die vermutlich eher nur Prozente von ihren Forderungen erhalten werden. 

Freie, die auf Grund der Insolvenz wirtschaftlich ohnehin am Boden liegen, müssen natürlich prüfen, ob sie so viel Vertrauen noch aufbringen wollen. Wer es sich leisten kann oder Alternativen hat, sollte unter Umständen antworten, dass nur noch geliefert wird, wenn das Geld innerhalb von maximal zehn Tagen eingeht. 

Nach anderen Aussagen gegenüber dem DJV wird seitens dapd gegenüber Freien per Vorkasse gearbeitet. Selbstverständlich wäre das für Freie die optimale Lösung und sollte daher – gerade bei aufwändigeren Projekten wie etwa Berichterstattung über Sporttermine im Ausland – in voller Höhe beansprucht werden. 

Der DJV vertritt die Anliegen seiner frei tätigen Kollegen in dieser Sache. Auf den DJV-Internetseiten ist für Mitglieder im Intranet der Zugang zur Mailingliste dapd eingerichtet. Weitere Informationen: www.djv.de

Beratungen und Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle des DJV Sachsen

Vergütungsregeln für Freie – ohne Sachsen?

2. Februar 2010

Nach sechs Jahren Verhandlungen haben DJV, ver.di und am 29. Januar auch der BDZV den neuen Vergütungsregeln für hauptberuflich Freie an Tagezeitungen (nicht zu verwechseln mit den arbeitnehmerähnlichen Freien) zugestimmt.

Zugleich wurde jedoch mitgeteilt, dass der Verband der Sächsischen Zeitungsverleger, der zuletzt noch in den Schlussfassungen der Vertragstexte genannt wurde, in dieser Frage vom BDZV nicht vertreten wird. Auf Nachfrage bei der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft wurde bestätigt, dass diese dem BDZV das Verhandlungsmandat für die Vergütungsregeln entzogen hat und an ihren derzeitigen Honorarregelungen für Freie nichts ändern will.

Juristisch dürfte der Abschluss auch die Situation freier Journalisten an Tageszeitungen in Sachsen stärken, da im Streitfall die Vereinbarung zwischen DJV, ver.di und BDZV ein klares Signal darstellt, was  in der Frage der Texthonorare als angemessen zu betrachten ist. Wie sich die neuen Vergütungsregeln und das Ausscheren der sächsischen Verleger praktisch auswirken, muss sich zeigen.

hg

40 Fragen und Antworten zu den neuen Vergütungsregeln


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