Archive for the ‘Arbeitskampf’ Category

flashmob: Journalistenvergütung in Sachsen

12. März 2018

Dresdner Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten wollen am heutigen Montag in Dresden mit einer Postkartenaktion auf die komplizierte Verdienstsituation vorallem der jungen Kolleginnen und Kollegen hinweisen. In Sachsen sind alle Tageszeitungsverlage ohne Tarifbindung. Bezahlt werden feste und freie Mitarbeiter nach Gutdünken. Die heute in Stuttgart stattfindenden Tarifverhandlungen für die Redakteure an Tageszeitungen sind für sächsische Kollegen damit quasi bedeutungslos. Betroffen sind vor allem junge Journalistinnen und Journalisten.

Mit der Aktion soll auf die absehbaren Folgen des Handelns der Verleger von Freie Presse, Sächsischer Zeitung, Leipziger Volkszeitung und Dresdner Neueste Nachrichten aufmerksam gemacht werden. Leere Zeitungsspalten, keine Fotos – ohne faire Bezahlung keine Zeitung! Und, dass journalistische Arbeit mit Qualität mehr ist als nur Posten bei facebook, twitter und Co.

MDR Warnstreiks – starke Tage

7. September 2017

Viermal waren Ende August/Anfang September die festen und freien Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks zu Warnstreiks aufgerufen. Grund waren die unbefriedigenden Angebote des Senders in den monatelangen Verhandlungen. Am 4. September stand erneut ein Verhandlungstermin an. Wiederum ohne zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. Die Gewerkschaften riefen die Mitarbeiter erneut zum Warnstreik auf. Zunächst begleitend am Montag in Leipzig und schließlich auch an den Standorten des MDR in Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg. In der Leipziger Zentrale standen am Mittwoch hunderte Mitarbeiter vor der Intendanz, wo MDR-Geschäftsführung und die Vertreter der Gewerkschaften DJV, ver.di und DOV zur Lösung des Konflikts zusammen gekommen waren. Innerhalb von zirka zwei Stunden war die Kuh vom Eis. Mit einer verblüffenden Wende: Die Intendantin sagte zu, dass auch die Freien Krankengeld ab dem ersten Tag bekommen sollen. Es wurde ein weitere Punkte umfassendes Eckpunktepapier vereinbart, dem die Streikenden gegen Mittag an allen Standorten zustimmten.

DJV-Landesvorsitzende Ine Dippmann bedankte sich via Facebook bei den Mitgliedern für die aktive Mitwirkung bei den Warnstreiks: 

„Hallo Leute, das waren starke drei Tage… Danke auch von mir als DJV-Vertreterin für die große Unterstützung in diesen Verhandlungen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre auch in anderen Häusern hatte uns vorsichtig gemacht. Ehrlich, ich habe nicht zu hoffen gewagt, dass ihr so stark auftretet. Kurzentschlossen zum Baumarkt fahrt und Plakate malt. Kräftig über Facebook und Whatsapp mobilisiert. Auch mutig dort streikt, wo kein großer Stand der Gewerkschaften zum Kaffee einlädt und ein Dach bietet.
Dass wir heute dieses Ergebnis erzielen konnten, hat gezeigt, dass wir als Gewerkschafter natürlich nur so stark sind wie die Gruppe, die hinter uns steht. Mehr Menschen bringen mehr Ideen und – wie wir deutlich gespürt haben – auch einen ganz neuen Drive in die Arbeit.
Wir sind weiter für euch da, auch nach diesem Abschluss. Ich würde mich freuen, wenn auch viele von euch weiter für uns da sind. In den nächsten Verhandlungsrunden, aber auch gern als aktives Mitglied.
Prost für heute :-) LG Ine“

Weitere Infos zum Streik und den Ergebnissen: tarifblog

 

Moment mal! …zur ARD-Altersversorgung

24. Februar 2017

Stellungnahme zu dem Schreiben der Intendanten der ARD zu den Tarifverhandlungen zur Altersversorgung von ARD und Deutschlandradio

MDR ARD kDie Intendantinnen und Intendanten der ARD-Rundfunkanstalten (darunter auch der MDR) und von Deutschlandradio haben in der letzten Woche die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus ihrer Sicht über den Stand der Verhandlungen zur Altersversorgung informiert.

In einer Stellungnahme des DJV schreibt Justiziar Benno Pöppelmann, der auch an den Verhandlungen beteiligt ist:

„In den laufenden Tarifverhandlungen werden drei Themenkomplexe diskutiert. Zum einen geht es um die betriebliche Altersversorgung der unbefristet und befristet Angestellten, die ein Arbeitsverhältnis mit einer Rundfunkanstalt ab dem 1. Januar 2017 begründen. Die Regelungen zu dieser neuen Versorgung sind weitgehend ausgehandelt.

Zum zweiten sind Änderungen des Versorgungstarifvertrags der ARD (VTV) besprochen und ausverhandelt worden.

Streitig ist nur noch die dritte Frage, wie zukünftig nach den bisherigen Versorgungssystemen (Gesamtversorgung und VTV) die Betriebsrenten gesteigert werden.

Anders als die Intendantinnen und Intendanten in ihrem Schreiben den Verhandlungsstand darstellen, haben die Gewerkschaften „Angebote“ der Rundfunkanstalten nicht durchweg abgelehnt. Eine solche Ablehnung kam schon deswegen nicht in Betracht, weil es entsprechende Angebote aller Rundfunkanstalten nicht gegeben hat. Unzutreffend ist auch die Behauptung der Intendantinnen und Intendanten, die Gewerkschaften seien hinsichtlich der Frage der zukünftigen Dynamisierung der betrieblichen Altersversorgungsansprüche „lediglich bereit, Änderungen bei den aktiven Beschäftigten vorzunehmen – durch eine finanzielle Eigenbeteiligung beim Ansparen der späteren Renten“.

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MDR-Mitarbeitern mehr Gewicht!

9. Februar 2017

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Tagung zur Novellierung des MDR-Staatvertrages

„Das Gewicht der Interessenvertretungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Freien im MDR-Staatsvertrag muss deutlich erhöht werden“, meinen die thüringer Vertretungen von DJV, DGB und Beamtenbund und laden daher am 18. Februar 2017 zu einer Diskussionsveranstaltung nach Erfurt ein. Thema sind dabei auch die zwischen den Veranstalter-Gewerkschaften in Sachsen, Sachsen-Anhalt und  Thüringen abgestimmten Positionen zur Novellierung des MDR-Staatsvertrages (Positionen des DJV Sachsen).

Den Auftaktvortrag hält Prof. Dr. Bernd Holznagel (Universität Münster) zum Thema „Der MDR-Staatsvertrag im Lichte des ZDF-Urteils – Entwicklungsperspektiven des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“. Es folgen zwei Podiumsgespräche mit Vertretern verschiedener Gremien des MDR.

Die Veranstaltung findet von 10 bis 15 Uhr im Augustinerkloster Erfurt statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Programm und Einladung

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DJV-Rechtsschutz | So geht das!

12. Februar 2016

Gesetzte schmal [hprfoto]Beratung, Rechtsschutz, Service ist ein Slogan des DJV Sachsen. Was verbirgt sich dahinter? Beratung dürfte relative schnell klar sein. Hier ist der DJV Sachsen der erste Ansprechpartner für seine Mitglieder in Bezug auf alle Fragen rund um den Beruf, den Berufseinstieg sowie alle steuerlichen und sozialrechtlichen Fragen. Unter Rechtsschutz verstehen wir alle Fragen mit juristischer Relevanz (Arbeitsrecht, Urheberrecht, Sozialrecht). Eingeschlossen ist hier ggf. auch die Rechtsvertretung inklusive der Übernahme der Rechtsschutzkosten. Wichtiger Hinweis hierzu: Der DJV Sachsen ist keine Rechtsschutzversicherung!!! Bei allen Angelegenheiten ist immer zuerst der Kontakt zum DJV zu suchen. Ansonsten ist die Frage der Kosten nicht geklärt. Eine nachträgliche Kostenübernahme ist nicht vorgesehen.

Die umfangreichen Leistungen des DJV auf dem Gebiet des Rechtsschutzes sind in der Rechtsschutzordnung geregelt. Mitglieder des DJV Sachsen können sich rechtlich beraten lassen und nach Prüfung umfassenden juristischen Beistand in allen beruflichen Fragen in Anspruch nehmen. Rechtsberatung erhalten Mitglieder jeweils montags von 9 bis 17 Uhr durch Rechtsanwalt Carsten Lommatzsch in der Geschäftsstelle in Dresden.

Rechtsschutzordnung  |  Mitglied werden

Ach ja, der Service? Wir sind als DJV Sachsen im Fall der Fälle einfach da; für schnelle Presseausweisausstellung, die Kontakte zu den Verwertungsgesellschaften sowie zu unseren Partnern bei der Presseversorgung und der Künstlersozialkasse sowie der DKV. Und wir sind auch da für Beratung auch vor Ort, da wo unsere Mitglieder sind… und eben für den umfänglichen Rechtsschutz;-)

DJV-Info 09/2015: Termine, Termine

22. September 2015

Newsletter 2014 pLiebes Mitglied, 

die Freien beim Mitteldeutschen Rundfunk können sich freuen. Am Freitag ist es gelungen, den MDR endlich davon zu überzeugen, dass auch Honorare dynamisch wachsen müssen. Dank eines mehrstündigen Warnstreikes am Standort Leipzig und intensiver Verhandlungen gelang es, dem MDR eine entsprechende Zusage abzuringen. Erstmals haben damit auch alle MDR-Freien nachhaltig etwas von den vereinbarten linearen Vergütungserhöhungen. (Details dazu in unserem tarifblog) 

Zukunft ist für alle wichtig. Deshalb die folgenden Termine:  

opunktOptimierung der Altersvorsorge am 26. September 2015, 11 bis 12 Uhr, Leipzig, Mediacity
(geeignet für Feste und Freie – mit einem Berater der Presseversorgung, persönliche Beratung ist möglich)
 

opunktTag der Freien beim MDR am 26. September 2015, ab 12 Uhr, Leipzig, Mediacity

opunktleMoMo mit der Intendantin des Leipziger Dokfilm-Festivals am 28. September, 20 Uhr in Leipzig, Cafe Grundmann

opunktWebpräsenz oder Webblog mit WordPress am 9./10. Oktober 2015 in Dresden, Sozialwerk des DJV Sachsen
(Referent ist Karl-Heinz Schmidt, Dresden)

opunktFreiberuflich! …und alles bedacht? am 24. Oktober 2015, 10 bis 15 Uhr
(Ein Check up für frische Freiberufler und solche, die es werden wollen. Referentin ist die Dresdner Unternehmensberaterin Barbara Rauthe-Reichenbach.)
 

Bitte melden Sie sich an und beachten Sie auch die aktuellen Weiterbildungsangebote auf unseren Internetseiten sowie bei twitter und facebook.
Bei Fragen zu den Seminaren kontaktieren Sie bitte die Geschäftsstelle. Wundern Sie sich bitte nicht über die extrem langen Links – sie führen zu unserer im Aufbau befindlichen neuen Internetpräsenz.

Ihr DJV Sachsen

 

Sächsische Flutebbe an der Oder

8. Juni 2013

Wroclaw. Auch der 6. Polnische-deutsche Journalistentag an diesmal zahmen Odra war Opfer der Elbeflut 2013, denn Gäste aus Sachsen sind in Wroclaw rar. So litt am zweiten Tag das wichtigste Plenum (“Was macht die vierte Gewalt? Die Rolle der Medien in den polnisch-deutschen Beziehungen” – siehe Foto) unter der kurzfristigen Absage von MDR-Intendantin Karola Wille und Sachsens Staatskanzleichef Johannes Beermann (CDU).

Bild

Ohne Wille, Beermann und Biß: Martin Sander, Deutschlandradio, Andreas Grapentin (CDU), Piotr Semka, Publizist von „Do Rzeczy“ und „Rzeczpospolita“ Wrocławska“, Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell, Arkadiusz Franas, Chefredakteur „Polska Gazeta“ und Rafał Woś, „Dziennik Gazeta Prawna“ (v.l.) beim Wroclawer Abschlußplenum.

Auch die interessanteste Arbeitsgruppe, die sich mit konkreter Berichterstattung im Grenzraum befasste, kam ohne die Leitung von MDR-Landesfunkhauschef Sandro Viroli nicht so recht in Fahrt und übte sich in Zerfaserung.

Dies alles fiel dank tschechischem Regen und sächsischer Flut ins Wasser – zumindest lauteten so die angegebenen Gründe für die Absagen am Abend zuvor. Auch auf Gruß- resp. Videobotschaften oder Ersatzversuche verzichtete man, was bei einigen Gastgebern und Gästen durchaus für Unverständnis über die Art (nicht das Ereignis) sorgte.

Auch kamen nur reichlich zweihundert der 333 gemeldeten Gäste (davon rund die Hälfte aus dem leibhaftigen Journalismus) , was aber auch an der unverbindlich-kostenfreien Anmeldung liegen mag. Das lokale und überregionale Medienecho ist traditionell eher bescheiden, weil die Kollegen es gern versäumen, sich selbst zu beleuchten.

Die Preisträger des 16. Polnisch-deutschen Journalistenpreises, mit je 5000 Euro, Gala und Empfang am Abend in der Oper geehrt, finden sich hier: http://www.medientage.org/

300 MDR-Mitarbeiter im Warnstreik

29. Mai 2013

Mehr als 300 Kolleginnen und Kollegen haben sich heute Vormittag am Warnstreik in der MDR-Zentrale in Leipzig beteiligt. Nach einer Kundgebung vor dem Haus empfingen die Mitarbeiter die Teilnehmer der Verhandlungsgruppe vor dem artrid göbel 2 warnstreik 29.5.2013Sitzungsraum, wo die Tarifverhandlungen mit den im MDR vertretenen Gewerkschaften fortgesetzt wurden. Dort wurde die Verhandlungsführerin, Betriebsdirektorin Astrid Göbel, aufgefordert, die bekannten Positionen des MDR zu erläutern. Sie sagte: „Wir brauchen uns nicht vorwerfen zu lassen, dass der MDR ein schlechter Arbeitgeber ist. Es könnte immer mehr sein. Das ist logisch und deshalb versuchen wir auch diese Mischung hier hinzubekommen. Wir versuchen, die Gehaltserhöhung etwas moderater zu halten und dann den Ausgleich über eine Einmalzahlung hinzubekommen.“ Das Angebot von 2 Prozent Gehaltssteigerung in diesem und dem nächsten Jahr, plus 500 Euro Einmalzahlung sei für den MDR „eher zu verkraften“ als die geforderte lineare Gehaltserhöhung. Das vergleichsweise niedrige Angebot begründete sie damit, dass Mitteldeutschland ein Abwanderungsgebiet sei, die Rundfunkbeiträge bzw. -gebühren seit 2009 nicht gestiegen seien und der MDR nach 2012 auch 2013 mit einem negativen Ergebnis abschließen würde. Die anwesenden Kolleginnen und Kollegen quittierten diese Ausführungen immer wieder mit Pfiffen und Zwischenrufen: „Alte Leier! Das hören wir hier schon seit 20 Jahren! Wir haben aber absolut mehr Netto-Zahler als andere! Wir sind drei Bundesländer!“ bekam Göbel zu hören. Besonders unbeliebt machte sie sich, als sie auf die außertariflich Bezahlten im MDR angesprochen wurde und entgegnete „ Ja, da ist im Verhältnis in der ARD noch Luft nach oben, schön, dass Sie sich da für uns einsetzen. Aber verglichen mit den Beschäftigten, hält sich die Anzahl der AT-Mitarbeiter sehr in Grenzen.“ Ziel der Verhandlungen sei „heute hier zu einem Abschluss kommen“. (ID)

Warnstreik im MDR-Funkhaus in Dresden

27. Mai 2013

An mehreren Standorten des Mitteldeutschen Rundfunks folgten heute Vormittag feste und freie Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaften DJV, ver.di und DOV und traten für zirka zwei Stunden in einen befristeten Warnstreik. Sie zeigten sich damit unzufrieden über die vom MDR bisher vorgelegten Angebote im Rahmen der derzeit laufenden Verhandlungen für einen neuen Vergütungstarifvertrag. (Streik – Info)

Warnstreik DD 27.5.2013 [hprpic]In Dresden waren trotz des schlechten Wetters fast 40 Kolleginnen und Kollegen gekommen. Sie kritisierten, dass die derzeit vorliegenden Angebote des MDR erneut keine Anpassung an ARD-Niveau sichern. Das sei vor allem vor dem Hintergrund, dass auch alle frühere Abschlüsse beim MDR hinter denen der anderen ARD-Anstalten zurückblieben, unannehmbar. Die Mitarbeiter äußerten ihr Unverständnis, dass Sparen im MDR offensichtlich immer nur beim Personal und bei den Freien thematisiert wird. Sie deckten konkrete Fälle auf, wo der MDR Sparpotetial hat.


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