Menschen, ich hatte euch lieb…

Vor 75 Jahren, am 8. September 1943, wurde der Journalist, Schriftsteller und Kulturpolitiker Julius Fučík in Berlin-Plötzensee, des Hochverrats angeklagt, hingerichtet. Fučík, 1903 in Prag geboren, kam er über die Sozialdemokratie zur KPTsch. Fučík schrieb Kulturbeiträge und später Reportagen über und aus der Sowjetunion. Er verfasste Flugblätter gegen die deutschen Besetzer, war ständiger Mitarbeiter der Rude Pravo und kümmerte sich um deren regelmäßiges Erscheinen. Unter seiner Leitung stand auch das populäre Wochenblatt Tvorba (Bildung/Schaffen-kulturpolitische Wochenschrift). Er kritisierte die Tschechisierungspolitik in der Tschechoslowakischen Republik gegenüber der deutschen Minderheit und trat für das Recht der Sudetendeutschen auf Selbstbestimmung ein.

1942 wurde er bei einer Razzia in Prag verhaftet und 1943 aus dem Gefängnis in Pankrac nach Deutschland deportiert und unter anderem für zwei Monate nach Bautzen gebracht.

Sein erst in den 90er Jahren veröffentlichtes Gesamtwerk gilt heute als das am häufigsten übersetze Buch eines tschechischen Autors.

In Dresden wurde 1951 der heutige Straßburger Platz in Fučíkplatz umbenannt. Dort gibt es bis heute, inzwischen etwas verloren, ein Julius-Fučík-Denkmal, das 1963, am 20. Todestag des Publizisten, aufgestellt wurde. Neben einem Relief mit der tschechischen Inschrift Narodni Hridina (Nationalheld) findet sich hier das wohl bekannteste Fučík-Zitat „Menschen, ich hatte euch lieb, seid wachsam!“ Das Prager Nationalmuseum hat 1991 eine Büste Julius Fuciks wegen seiner kommunistischen Gesinnung „beseitigt“ (kmh).

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