Viel Arbeit für den alten, neuen Vorstand

Flaschen [hprfoto]Von Andreas Herrmann

Niedersachsen war Gastgeber des Bundesverbandstages 2013 für 298 Delegierte aus 17 Landesverbänden, das pompöse Maritim Hotel am Flughafen Hannover der Tagungsort.

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl des neuen Vorstandes. Diese gewannen – jeweils ohne Gegenkandidaten – die bisherigen Mitglieder. Zwischen 243 und 275 Mitglieder stimmten ab, die Reihenfolge in der Beliebtheit gewannen die Beisitzer: Wolfgang Grebenhof (234), Kathrin Konyen (214) und Peter Jebsen (208) erreichten stolze Ergebnisse. Nur Michael Anger (211) konnte als zweiter Stellvertreter in diese Phalanx eindringen. Ulrike Kaiser wurde mit 190 Stimmen wieder stellvertretende Vorsitzende, Michael Konken mit 181 Vorsitzender. Nur 160 Befürworter erhielt Schatzmeister Frank Überall (NRW) – er versammelte nach etlichen Runden Fragen und Rechtfertigungen insgesamt 107 Gegenstimmen und Enthaltungen, was bei unechten Wahlen (also ohne Kontrahenten) im DJV durchaus selten ist.

Politische Kollegen würden bei Parteitagsberichten von mäßiger Zustimmung reden. Ansonsten ist wie gehabt Proporz nach Größe angesagt: Die beiden größten Landesverbände, also  Bayern und Nordrhein-Westfalen, stellen je zwei, der dritte und vierte (Baden-Württemberg und Hamburg) je einen Vorstand, nur der Vorsitzende kommt aus Niedersachsen, Nummer acht in der Mitgliederrangliste.

Kontrovers und relativ ausführlich diskutiert wurde auch der überzogene Haushalt 2012, der Etat für 2014 ohne jede und die Zukunft des Journalismus. Gerade die einjährige Arbeit der vom letzten Verbandstag beschlossenen Kommission über den Zukunft des Journalismus, die sich in acht Thesen und ein Schwerpunktthema ergossen, stieß auf arge Kritik. Inhaltlich unausgegoren und methodisch ohne Ansatz wurde das Thesenpapier zurückgewiesen und der Auftrag um ein Jahr verlängert. Darunter litt auch die Podiumsdiskussion zu Beginn des dreitägigen Verbandstages, die wenig aktives Interesse fand. Das ist insbesondere wichtig, weil auch für den DJV die fetten Jahren endgültig vorbei sind. 932 Mitglieder verlor der DJV im Verlauf des Jahres 2012, davon allein 300 in Bayern (in Sachsen sind es 45), aktuelle Zahlen bestätigen die gefährliche Tendenz des Schwundes. Im letzten Jahrzehnt verlor der DJV rund zehn Prozent seiner Mitglieder, Ende August hatte er bundesweit noch genau 36 360. Das Ende der alljährlichen Zusammenkunft war von Schizophrenie gezeichnet:

leere Reihen beim BVT]Während eine Dreiviertelstunde vor dem geplanten Ende über Straffung und Verbilligung der Verbandstage durch Reduzierung, vor allem zugunsten der kleineren Landesverbände, diskutiert wurde, erfolgte wie üblich die vorzeitige Abreise von vielen westdeutschen Delegierten, so dass der Inhalt des Antrages zwar bestätigt wurde, die Entscheidung aber vertagt werden musste.

Netzinfos: www.djv.de

Fotos: [hprfoto]

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