BVT: Zukunft und zu wenig junge Leute?

061120135382 SachsenEine Betrachtung von Klaus Wilk

Nach drei Beratungstagen geht heute nachmittag in Hannover der Verbandstag des DJV zu Ende. Der Journalistenkongress beschäftigte sich in diesem Jahr insbesondere mit der Zukunft des Journalismus, Hieß auch:  mit dem journalistischen Nachwuchs und natürlich demzufolge mit den jungen Leuten in unserer Gewerkschaft. Die Ansprache zu dieser Problematik hatte es denn auch „in sich“.

Es ist unbestritten, dass wir in einer Zeit des Übergangsjournalismus leben, wie der wiedergewählte Verbandsvorsitzende Michael Konken in seiner Rede darlegte. Und wie soll diese Zeit gemeistert werden und wer soll sie in der schon jetzt viel zitierten Zukunft meistern? Da dies ja nicht von heute auf morgen geschieht, werden außer den erfahrenen Journalistinnen, Journalisten und leitenden Mitstreitern vor allem auch junge Gewerkschaftsmitglieder nötig sein. 
Aber momentan sieht es mit den neuen jungen Leuten in unserem Verband insofern nicht sehr rosig aus, denn es sind einfach derzeit zu wenige. Aber – und das möchte ich betonen – die in letzter Zeit zu uns gefunden haben, legen sich „mächtig ins Zeug“.  Beredtes Zeugnis erlebten wir auf dem Verbandstag in Hannover. So erarbeiteten sie wesentlich mit an dem Thesenpapier „Zukunft des Journalismus“ und brachten ihre Ideen, Meinungen und vielleicht auch Visionen ein oder bereicherten damit zumindestens die Diskussion um dieses Papier.

Der Fachausschuss „Junge“ wagte sogar einen Schritt in Richtung angestrebte Verjüngung unseres Verbandes. Sie brachte einen satzungsändernden Antrag ein, dass „Ein Fünftel der Delegierten in jedem Landesverband unter 40 Jahre“ sein sollte. Und sie begründeten es so: „Bei den Verbandstagen sind viel zu wenige junge Journalistinnen und Journalisten vor Ort, die gerade jetzt, in Zeiten des Umbruches am nötigsten sind, schließlich geht es um die Zukunft des Journalismus“.

Gut gedacht, gut gemacht -trotzdem hat es nichts gebracht. Leider. Die Abstimmung fiel durch; vor Jahren war das Anliegen für ein Drittel Frauen noch unter viel Applaus ein deutliches Votum. Noch unmittelbar zuvor hatte das neue DJV-Ehrenmitglied Dr. Wolfgang Stöckel darauf verwiesen „den jungen Leuten mehr Platz und Aufmerksamkeit zu geben“ sowie der Berliner Klaus Kundt darauf orientiert, den Antrag zuzustimmen, „den wenn die jungen Leute auf uns zukommen, sollten wir das tun“. Nicht nur der Landesverband NRW „werden diesen Antrag leben; ja ihr jungen seid willkommen!“ sprach der Vorsitzende Frank Stach Trost und  Kampfeswillen aus.

Auch gewählt wurde auf dem Verbandstag. Und hierbei muss ich mich mit meinem Beitrag von vor zwei Jahren in Würzburg wiederholen; Im Bundesvorstand des DJV gibt es erneut keinen Vertreter oder eine Vertreterin aus den ostdeutschen sechs Landesverbänden. Abgehängt, nenne ich das mal aus dem Sportbereich. Auf dem Verbandstag 2011 scheiterte noch eine Thüringerin als Anwärterin als Beisitzerin, diesesmal gab es nicht einmal eine Kandidatin oder einen Kandidaten.

Das passt in mein Bild vom jüngsten Verbandstag: wir haben eine merkwürdige Situation, denn der Osten spielte nahezu keine Rolle, egal um was es ging. Und das macht mich nachdenklich, genauso wie der Mitgliederschwund in unserem Verband. Man kann den Landesverband Sachsen nicht ausnehmen.  Aber ich denke, dass so lasche Aussagen wie „wir müssen Lobbyarbeit betreiben“, „wir können Hinweise geben“ oder „auch Brüssel wäre eine Möglichkeit“ uns überhaupt nicht hilfreich sind. Wie bitte schön, sollen wir so junge Leute für eine aktive Gewerkschaftsarbeit gewinnen, geschweige den begeistern? Aber ich bin mal ganz ehrlich, der Gedanke, wie wir das anders und erfolgversprechend anpacken, ist mir auch noch nicht gekommen. Es wird noch.

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