Wie weiter beim DD+V?

Beim DD+V (Sächsische Zeitung/Dresdner Morgenpost) wird kräftig abgebaut. Das Magazin PluSZ wird in der bisherigen Form eingestellt, die allseits beliebte Neujahrsparty gibt es nicht mehr und auch die drehende SZ-Leuchtschrift bleibt wohl „vom Winde verweht“ (Unser Foto – Abbau nach Sturmschaden 2010). Kein Wunder, dass auch bei den Gehältern der rund 1350 Mitarbeiter seit langem gespart wird. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus allen Betrieben des DD+V waren daher am Samstag, dem 21. Januar 2012 den Einladungen von ver.di und DJV ins Dresdner Volkshaus am Schützenplatz gefolgt. Hier diskutierten sie gemeinsam die aktuelle Vergütungssituation. Bei diesem zweiten Treff (der erste fand bereits Anfang November statt) bestätigte sich, dass der beim DD+V existierende Haustarifvertrag praktisch nur noch in Einzelfällen Anwendung findet. Bei Neueinstellungen wird die einstige Tarifbindung völlig ignoriert. Viele Kolleginnen und Kollegen beziehen Einkommen, die weit unterhalb der bestehenden Tarife liegen und sich den Mindestvergütungen nähern. Gehaltssteigerungen oder ein Inflationsausgleich findet seit Jahren nicht statt. Von den ohnehin nur mäßigen lineraren Gehaltssteigerungen im Medienbereich sind die nichttarifgebunden Mitarbeiter eines der größten Zeitungs- und Verlagshäuser in Sachsen seit einem jahzehnt ausgeschlossen. Im Vergleich zu branchenüblichen Konditionen klaffen inzwischen Einkommensverluste zwischen 15 und 30 Prozent. Die Unzufriedenheit ist DD+V-weit groß. 

Mitarbeiter hängen auf Gehaltsniveau von 2005

Die Vertreter von DJV und ver.di erläuterten bei beiden Treffen die aktuelle Tarifsituation in der Fläche und speziell in Sachsen sowie Möglichkeiten und Voraussetzungen, um zu einer Tarifbindung zurückzukehren. Sie mußten feststellten, dass das Konzept von Gruner+Jahr, zur Gewinnabschöpfung in Dresden ein tarifloses Medienunternehmen zu etablieren, gelungen ist. Mit der seit Ende der Neunzigerjahre betriebenden Ausgliederungspolitik wurden mehr und mehr tariflose RuV und Bereiche geschaffen, die schamlos Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Konditionen jenseits der üblichen Tarifgehälter einstellten, beschäftigen und von jeglicher Gehaltssteigerung ausschließen. Die Gewerkschaftsmitglieder wollen nun die Situation in den DD+V-Betrieben weiter analysieren und die Bereitschaft ihrer Kolleginnen und Kollegen für die Durchsetzung von Anpassungen der Vergütungen und sonstigen Konditionen in Richtung branchenüblicher Tarifverträge prüfen. Dazu wird es in den nächsten Tagen und Wochen Diskussionen sowie Unterschriftenaktionen in allen Berieben des DD+V geben. 

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